Rauchbrandkeramik – mein Herstellungsprozess

„KUNST IST SCHÖN, MACHT ABER VIEL ARBEIT.“ (Karl Valentin)

Mit Hilfe traditionsreicher Techniken entsteht meine Keramik in reiner Handarbeit.
Dies bedeutet neben handwerklichem Können, die aufmerksame und liebevolle Erarbeitung jedes einzelnen Objektes in zahlreichen Arbeitsgängen. 

  • Eine Idee im Kopf.
  • Den dafür passenden Ton auswählen und vorbereiten.
  • Mit der jeweiligen Aufbau-Technik - ich arbeite nicht auf der Scheibe - (Wulst-, Platten- oder Fingerdrucktechnik) das Objekt aufbauen, mit Schlaghölzern pinchen und modellieren.

Dieser langsame Aufbau erfordert Ruhe, Geduld und eine tiefe Aufmerksamkeit.
Ich „begreife“ den Ton und lerne mich auf ihn einzulassen, kann auf zufällige Gegebenheiten reagieren und neue Ideen entwickeln sich. Es entsteht eine Art Wechselspiel von lenken und geleitet werden. 

  • Erstes Glätten mit Modellierhölzern.
  • Im lederharten Zustand erfolgt das Glätten mit Metall.
  • Nach ca. 10-12 Tagen langsames trocknen an der Luft poliere ich mit einem Halbedelstein und - oder überziehe ihn mit einer dünnen Schicht eingefärbter Terra Sigilata.

Diese Glätten und Polieren (das häufig mehrere Stunden in Anspruch nimmt, aber eine sehr sinnliche und meditative Erfahrung ist!) bewirkt eine gewisse Wasserundurchlässigkeit (Verdichten des Tons), einen schimmernden Glanz und eine sanfte weiche Oberfläche. Diese Oberflächenbehandlung lohnt sich wirklich für diese Brenntechnik.
Nochmals mehre Tage langsames trocknen. 

  • Schrühbrand im E-Brennofen bei 900°C.
  • Teilweiser Schlickerauftrag, oder Keramik mit Salzen und Oxiden einpacken.
  • Gezieltes Einräumen der Tonne und mit Sägespäne und anderen organischen Material zudecken.
  • Zum Schluss von oben mit Holz befeuern und abdecken.
  • Ende meines Einflussbereiches.

 

Letztendlich entscheidet der Brennprozess, ob eine Arbeit gelingt oder zerstört wird. Ich kreiere die Form, widme dem Glättungs- und Polierprozess Stunden, aber die eigentliche Oberflächengestaltung übernimmt das Feuer, bzw. der dabei entstehende Kohlenstoff, der sich in die Keramik einlagert. Dies wird erreicht, indem organisches Material, zum Teil gezielt, durch Reduktion von Sauerstoff verbrennt. Doch hierbei spielen viele Faktoren eine entscheidende Rolle, die ich oft nicht beeinflussen kann (Luftfeuchtigkeit, Wind, Brennmaterialien, Glut- und Aschefall). Die richtige Brandführung ist enorm wichtig und erfordert viel Aufmerksamkeit, um ein stimmiges Brandresultat zu erhalten. 


Wenngleich die Technik ziemlich einfach und primitiv erscheint, beruht doch der Erfolg auf langjähriger Erfahrung und Beobachtung, auf ausprobieren und dem akzeptieren von Fehlern, um aus ihnen zu lernen.


Ehrfurcht und Angst, Spannung und Neugierde durchlebe ich jedes Mal, wenn ich nach Stunden die Tonne wieder öffne. Hat alles „überlebt“? Wie ist „was“ geworden? Bin ich enttäuscht oder voller Freude? Oft bin ich beraubt und beschenkt zu gleich! Wenn ich mich frei mache von meinen Vorstellungen, wie was zu sein hat, (aber das ist leichter geschrieben als getan!) bin ich offen für die EINZIGARTIGKEIT eines jeden Brandes und sehe die vielen kleinen Schönheiten mit anderen Augen.

  • Zuletzt evtl. Schlickerentfernung, gründliches Reinigen und mit Bienen- oder Möbelwachs polieren - FERTIG.